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Das erhitzte Gemüt des Volkes – Stuttgart 21

Posted by admin on 17. September 2010 – 08:51

Stuttgart 21. Dieses Schlagwort ist im Moment
in aller Munde und erhitzt die Gemüter in der
Politik und im Gemeinleben. Was ist dran an
diesem Stuttgart 21? Genauer gesagt geht es
bei Stuttgart 21 um zwei Vorhaben. Zum
einen um den Umbau des Städtischen
Kopfbahnhofs in einen unterirdischen
Durchgangsbahnhof und den Neubau der
Schnellfahrstrecke Wendlingen/ Ulm
für den ICE. Stuttgart 21 ist nicht neu,
das Projekt wurde bereits auf
behördlicher Ebene ausgiebig behandelt

und galt eigentlich als genehmigt, bis sich jetzt weiterer heftiger Protest
seitens der Bevölkerung einstellte.

Es geht um wirklich viel Geld

Das Projekt wird etliche Milliarden Euro verschlingen, angesichts der
klammen Staatskassen, die es logisch, dass sich seitens eines interessierten
Bürgers Widerstand formieren muss. Auch weil davon auszugehen ist,
dass das Projekt sehr viel teuerer kommen wird, als bisher ausgeschrieben.

Die Politik reagiert mit Unverständnis

Die Politik reagiert teilweise mit Unverständnis, weil Sie das Recht der Bürger
in dem Entwicklungsstand des Projektes als niedriger gewichtet. Das Projekt
sei ja hinreichend bekannt, die Initiatoren die aus der Politik dafür gewesen
seien auch bereits vom Volk im Amt durch die Wahl bestätigt, sodass man
davon ausgehen muss, dass das Vorhaben auch im Sinne des Volkes steht.

Die Kanzlerin geht noch einen Schritt…

…weiter und sagt, dass über das Projekt in der nächsten Landtagswahl in BaWü
entschieden werde. Man könnte meinen, eine Kuh geht wirklich freiwillig aufs
Eis, denn ist sie mal drauf, wird sie keiner so schnell da wieder herunterholen
können. Das Projekt war auch politischer Sicht hinreichend bekannt, allerdings
nicht im Fokus der Bürger. Jetzt hat das Projekt die nötige Aufmerksamkeit und
man möchte sich aber nicht mehr ins Handwerk pfuschen lassen. Es gehe um
den Wohlstand der Gesellschaft, tönt es da aus der Politik.

Wirtschaftskrise ist verschwunden wie BSE & Schweinegrippe

Aber hat auch malveiner der geneigten Herren nochmal ein Wort darüber
verloren, dass es eine Wirtschaftskrise gab. Der Euro so billig ist wie nie zuvor
und andere Länder vor dem Bankrott gerettet werden mussten. Ist es da nicht
legitim wirklich mal mit dem sparen anzufangen? Beispielsweise beim auf Eis
legen eines solchen Prestigeprojektes? Wer das deutsche Schienennetz kennt,
sollte wissen, das das gesamte Netz nicht auf Schnellfahrbetrieb ausgelegt ist,
es gibt nur wenige Teilstücke, die das schnelle Fahren für den ICE ermöglichen.

Der ICE ist kein TGV

Auch das Fahrplansystem der Deutschen Bahn, die auf dem Prinzip des
Systemhalts basiert, ist eigentlich garnicht für einen echten Schnellbetrieb
ausgelegt. Großes Vorbild für erfolgreiche, schnelle Zugverbindungen ist nach
wie vor Frankreich. Der TGV kommt mit viel einfacherer Technik aus, als das
Problemkind ICE. Die Strecken wie Paris-Marseille werden in einem Stück,
ohne Halt zwischendurch gefahren, nur dass garantiert wirklich schnelle
Fahrzeiten. In Deutschland wäre so was fast nicht möglich, weil jeder größere
Ort natürlich sich Zugangsmöglichkeiten wünscht. Ein berühmtes Beispiel ist
der Bahnhof Montabaur auf der Schnellstrecke  Köln-Frankfurt. Ein Halt so
eigentlich keiner sein sollte, mitten in der Pampa.

Kein echtes Schnellstreckennetz  in Deutschland

Auch das macht das Prinzip der Schnellstrecken für Deutschland absolut
sinnlos. Es kann davon ausgegangen werden, dass falls die Landtagswahl in
BaWü wirklich zum Urteil über das Projekt werden soll und die Politik weiter
ihr Tagwerk  verrichtet wie bisher, dass mit hohen Stimmenverlusten für die
CDU und FDP zu rechnen sein durfte. Es muss legitim sein, auch in der jetzigen
Phase des Projektes nochmal allgemein und umfassend drüber nachdenken
zu dürfen. Wenn das Volk selbst erkennt, dass hier Gelder verbrannt werden
sollen, die eigentlich gespart werden müssten, spätestens dann solle auch die
Politik anfangen mit dem, was sie uns so gerne predigt. Sparen!

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